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Blended Whisky/ Scotch Blend

Wenn auch Kenner und Genießer mit edlen schottischen Whiskys häufig Single Malts in Verbindung bringen, den Löwenanteil aller verkauften Whiskys bilden sie nicht. Hier hat Scotch Blend die Nase vorne. Weit vorne! Etwa 90% der schottischen Whiskys, die weltweit über die Ladentheken wandern, sind der Kategorie der Blends zuzuordnen.

Blended Whisky: Was man darunter versteht

Unter Blend versteht man generell eine Mischung aus verschiedenen Whiskysorten. Man bezeichnet dies auch als Verschnitt. Die Anfänge des Whisky-Blendings sind geschichtlich betrachtet im 19. Jahrhundert einzuordnen. Andrew Usher senior mischte 1853 den weltweit ersten Blend aus verschiedenen Single Malt Whiskys, Andrew Usher junior mengte ab 1856 auch Grain Whisky bei.

Scotch Blend Whisky wird traditionell aus Malt Whisky und Grain Whisky gemischt. Insgesamt kommen hier durchaus etwa 40-50 verschiedene Sorten zum Einsatz. Eine ganze Menge also! Das hat nicht nur ein wahres Feuerwerk an Aromen und Geschmäckern zur Folge, es benötigt auch jemanden, der für das richtige Verhältnis der einzelnen Zutaten sorgt. Dieser ehrenvollen Aufgabe nimmt sich der Masterblender an. (Dazu später mehr)

Nach dem Mischvorgang wird der Blend in (Eichen-)Fässer abgefüllt und entsprechend gelagert. Nun hat das Potpourri aus verschiedenen Whiskys ausreichend Zeit (drei Jahre mindestens), sein volles Aroma zu entfalten. Dies geschieht durch das geschmackliche Zueinanderfinden der einzelnen Whiskysorten. Um eine langsame Entwicklung des Aromas zu fördern und außerdem zu gewährleisten, dass Blended Whiskys stets für ein gleichbleibendes Geschmackserlebnis sorgen, empfiehlt es sich, den Blend grundsätzlich in den gleichen Fässern zu lagern.

Blended Whiskys: So setzen sie sich zusammen

Klassischer Scotch Blend Whisky wird aus einer Mischung aus verschiedenen Malt Whiskys und Grain Whiskys gewonnen. Der jeweilige Anteil entscheidet letztlich maßgeblich über Geschmack und Qualität.

Malt Whisky

Der aus gemälzter Gerste bestehende Malt Whisky wird in einem aufwändigen Destillationsverfahren gewonnen. Im Rahmen der Pot Still Destillation wird der spätere Whisky in speziellen Brennblasen aus Kupfer gebrannt. Das Destillat verfügt über hohe Qualität und ein besonders gutes Aroma. Allerdings müssen die Brennkessel nach dem Brennvorgang zwingend gereinigt werden, was die Herstellungskosten des Whiskys vergleichsweise hoch macht.

Die Qualität eines Blend Whiskys ist maßgeblich davon abhängig, ob hochwertige Malt Whiskys zugesetzt sind, in welchem Ausmaß das der Fall ist und wie gut diese harmonieren.

Grain Whisky

Diese Whiskys werden aus verschiedenen Getreidesorten (Weizen, Hafer, Roggen,…) gebrannt. Meist geschieht das mittels Säulendestillation (Column Still Destillation), die weniger aufwändig ist und somit (im Vergleich zum Pot Still Verfahren) die Produktion von Whisky kostengünstiger macht. Grain Whisky weist einen eher neutralen Geschmack auf und wird Blended Whiskys durchaus auch aus Kostengründen zugesetzt. Häufig lässt ein günstiger Preis bei einem Scotch Blend Rückschlüsse auf die Menge des beinhalteten Grain Whiskys zu. Sein Anteil ist dann in der Regel recht hoch.

Scotch Blend: die Aufgaben eines Masterblenders

Der Masterblender stellt Whiskys anhand ihrer Geruchs- und Geschmackseigenschaften zu geeigneten Mischungen zusammen und verkostet diese. Leidenschaft für Whisky und entsprechende Erfahrung, das sind zwei Eigenschaften die er dabei in jedem Fall mitbringen muss. Außerdem ist natürlich umfangreiches Wissen über verschiedene Whiskysorten (Grain Scotch Whisky/Malt Scotch Whisky) absolut notwendig. So weiß der Masterblender über einzelne Aroma- und Geschmacksnuancen der verwendeten Whiskys ebenso gut Bescheid wie über entsprechende Bezugsquellen. Auch muss es ihm möglich sein, wieder und wieder nahezu idente Mischungen zu kreieren, um die Qualität des Labels zu sichern.

Blended Whisky: bekannte Vertreter

Zweifellos gehört Whisky zu den beliebtesten Spirituosen überhaupt. Und auch wenn häufig Single Malts als Aushängeschild des destillierten Wässerchens hochgelobt werden, sind es dennoch die Scotch Blended Whiskys, die – im wahrsten Sinne des Wortes – ganz oben mitmischen! Die bekanntesten Vertreter wollen wir Ihnen nun vorstellen.

Johnnie Walker Blended Whisky

Johnnie Walker zählt nicht nur zu den bekanntesten Vertretern der Blended Whiskys, er ist ebenso jener, der die Verkaufslisten anführt. Weltweit verkauft sich kein anderer Scotch Whisky besser! Hinter dem schottischen Blend Whisky steht der große Getränkekonzern Diageo. Johnnie Walker führt verschiedene Blends im Sortiment, darunter den allseits bekannten Red Label, den man in den Regalreihen diverser Supermärkte und Spirituosenläden findet. Red Label wird ohne Altersangabe verkauft (das heißt, er ist mindestens drei Jahre gereift). Andere farbenfrohe Labels von Johnnie Walker sind mit einer Altersangabe versehen.

Beispielsweise sind dies:

  • Black Label (12 Jahre)
  • Green Label (Blended Malt Whisky; 15 Jahre)
  • Gold Label (18 Jahre)
  • Platinum Label (18 Jahre)

Chivas Regal Blended Whisky

Gleich nach Johnnie Walker, zählt auch Chivas Regal zu den bekanntesten Scotch Blended Whiskys. Der beliebte Whisky wird von der Firma Chivas Brothers Ltd. produziert, einem Tochterunternehmen des großen Pernod-Ricard-Konzerns. Verschiedene Sorten Blended Whisky werden hier gebrannt und zur Reifung gebracht, sie alle sind bekannt für ihre feinen Aromen (Honig, Pfirsich, Schokolade, Zitrus, Orange,…). Der Mehrheit der Genießer ist Chivas Regal 12 (Reifezeit von Minimum 12 Jahren), der im Einzelhandel diverse Regale füllt, ein Begriff.

Grant’s Blended Whisky

Grant’s Blended Whisky ist der Marke William Grant & Sons zuzuordnen. Der Weltkonzern vermarktet nicht nur ausgezeichnete Blends, sondern produziert auch eine Reihe weiterer Spirituosen. Besonders gerne kommt Grant’s Blended bei Mixgetränken zum Einsatz, da er einen recht neutralen Geschmack aufweist.

Ballantine’s Blended Whisky

Auch Ballantine’s Blend wird von der Firma Chivas Brothers Ltd. vertrieben und kann somit mit dem großen Konzern Pernod Ricard in Verbindung gebracht werden. In Bezug auf Blended Whiskys wartet Ballentine’s mit einer über 180 Jahre alten Tradition auf. Masterblender (insgesamt gab es erst fünf davon) gewährleisten die Qualität des Sortiments, die genaue Mischung des Ballantine’s Blended Whiskys wird als striktes Geheimnis bewahrt. Der aus Supermarktregalen bekannte Ballantine’s Finest ist selbst vielen Laien ein Begriff.



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