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Bourbon Whiskey

Der klassische amerikanische Bourbon ist kaum jemandem unbekannt. Ganz im Gegenteil! Meist ist er sogar die erste Whiskeysorte, die mit den USA assoziiert wird. Und das aus gutem Grund, denn gesetzlich darf Bourbon anderswo im Grunde genommen gar nicht produziert werden.

Was zeichnet Bourbon Whiskey generell – gerade auch im Vergleich zu Scotch Whisky –  aus und in welcher Weise sind Kentucky und Tennessee hier verwoben? Das und noch mehr nehmen wir folgend näher in den Blick.

Bourbon Whiskey: Herkunft, Bezeichnung und Voraussetzungen

Kentucky und Tennessee, das sind die beiden US-Bundesstaaten, die untrennbar mit Bourbon Whiskey verbunden sind. Der Löwenanteil aller produzierten Bourbons stammt aus Kentucky, doch ebenso ist Tennessee Dreh- und Angelpunkt in der Produktion von Bourbon Whiskey. Die dort hergestellte Sorte ist unter dem Namen „Tennessee Whiskey“ geläufig. Zusätzlich zu den Eigenschaften des klassischen Bourbons, müssen hier weitere Voraussetzungen gegeben sein, damit ein Bourbon Whiskey als Tennessee Whiskey bezeichnet werden darf (dazu später mehr).

Zur Namensherkunft von Bourbon

Die Bezeichnung „Bourbon“ ist gesetzlich fest verankert. Neben jenen Bedingungen, die einen Bourbon zum Bourbon machen, sind hier ebenso weitere Produktionsarten des klassischen Bourbons (Tennessee Whiskey, Straight Bourbon, Bonded Bourbon,…) festgeschrieben. Mit Hilfe unterschiedlicher internationaler Abkommen ist überdies geregelt, dass außerhalb den USA kein Bourbon Whiskey produziert und als solcher verkauft werden darf. Wenn also „Bourbon Whiskey“ am Etikett gedruckt ist, kann davon ausgegangen werden, dass die wohlschmeckende Spirituose innerhalb den USA hergestellt wurde.

In Bezug auf die Entstehungsgeschichte des Begriffs „Bourbon“ gibt es zwei unterschiedliche Ansätze:

  • Der bekannte Whiskey wurde nach Bourbon County benannt (dieses umfasst heute große Teile des Nordostens Kentuckys), welches ihren Namen wiederum dem französischen Königshaus verdankt (Haus Bourbon) und im Zuge der Wertschätzung Frankreichs für dessen Einsatz im Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg vergeben wurde.
  • Bourbon Whiskey wurde nach der Bourbon Street in New Orleans benannt.

Was macht einen Whiskey zum Bourbon?

Strikte Voraussetzungen gilt es zu erfüllen, damit Bourbon Whiskey auch tatsächlich als solcher bezeichnet werden darf. Diese sind gesetzlich vorgeschrieben. Neben der Tatsache, dass er in den USA produziert werden muss, ist es Vorgabe, dass er zu mindestens 51 % aus Mais besteht. Diesem können unterschiedliche andere Getreidesorten beigemengt werden (sehr gerne: Gerste, Roggen, Hafer,…). Dass Bourbon vollends aus Mais besteht, ist ein Irrtum, der sich hartnäckig hält.

Bourbon darf überdies nicht über 80 % vol. Alkoholgehalt liegen (beim Einfüllen in die Fässer nicht mehr als 62,5 % vol.). Im Schnitt liegt der Alkoholgehalt der meisten Bourbon Whiskeys bei etwa 70 % vol.

Auch für die Fässer, in denen der Brand gelagert wird, gelten (wie bei jedem Whiskey in den USA) bestimmte Vorgaben: Sie müssen nicht nur zwingend aus Eichenholz fabriziert sein (Amerikanische Weißeiche), ebenso dürfen keine gebrauchten Fässer verwendet werden, wie das beispielsweise in Schottland sehr wohl der Fall ist. Darüber hinaus werden die Eichenfässer für den Bourbon ausgebrannt, das heißt, sie sind innen angekohlt (was sich auch entsprechend positiv auf den Geschmack auswirkt).

Anders als bei Scotch Whisky oder auch Straight Bourbon, muss beim klassischen Bourbon Whiskey in Bezug auf die Lagerung keine Mindestzeit eingehalten werden.

Kennzeichen des Bourbon Whiskeys im Überblick:

  • Außerhalb der USA darf Bourbon Whiskey als solcher nicht produziert und verkauft werden
  • Bourbon muss mindestens zu 51 % aus Mais bestehen
  • Der Alkoholgehalt darf nicht über 80 % vol. liegen
  • Bourbon Whiskey muss in neue Eichenfässer abgefüllt werden, die innen ausgebrannt sind

Bourbon: Näheres zur Produktion und Lagerung

Bourbon Whiskey wird hauptsächlich im Column-Still-Verfahren gebrannt. In den USA sind vor allem große Destillerien für die Produktion von Bourbon zuständig und so gut wie alle liegen sie in Kentucky oder Tennessee. Bevor das Destillat für den Brennvorgang in Coffey Stills eingefüllt wird, muss es – ähnlich wie beim Bier – gebraut werden. Mais wird gemahlen und anschließend mit Wasser aus Kalkstein vermengt und gekocht. Nach einer Abkühlung auf etwa 65 Grad Celsius werden andere Getreidesorten zugegeben. Außerdem wird in großen Produktionsstätten meist mit einer Amylase-Enzym-Mischung gearbeitet (statt mit Malz). Es kommt zu einer Umwandlung von Stärke in Zucker. Unter Beigabe von Hefe setzt die Gärung ein (Zucker wird zu Alkohol).

Nach einigen Tagen kann schließlich der Brennvorgang starten. Grundsätzlich kommt beim Brennen von Bourbon das Column-Still-Verfahren zum Einsatz. Ein kontinuierlicher Brennvorgang ist so möglich.

Das Endprodukt aus den Coffey Stills („White Dog“) rangiert etwa bei 65-72 % vol. Alkoholgehalt. Vor der Abfüllung in die Eichenfässer wird es mit Wasser auf etwa 60 % vol. verdünnt und schließlich als „New Make“ gelagert.

In kleinen Betrieben wird Bourbon manchmal auch in Pott Stills (aufwändiger und kostenintensiver) gebrannt und nachfolgend als Premium-Produkt verkauft. Die Regel ist dies aber nicht.

Bourbon Whiskey hat eine kurze Reifezeit, was einerseits in den neuen, innen angekohlten Fässern begründet liegt, andererseits in den klimatischen Bedingungen. Die meisten Bourbons weisen eine Reifezeit von zwei oder vier Jahren auf. Ganz besonders edle Tropfen werden auch länger gelagert, allerdings muss man hier stetig aufpassen, dass sich eine längere Lagerungszeit nicht ungünstig auswirkt (holziger Geschmack; zu viel Alkohol, der aufgrund des Klimas verdunstet).

Durch die neuen Holzfässer, die in den USA zur Lagerung genutzt werden müssen, werden besonders viele Aromastoffe abgegeben und das recht rasch. Überdies erfüllt das ausgebrannte Innenleben der Fässer eine Filterfunktion.

Die gebrauchten Bourbonfässer sind übrigens weltweit sehr beliebt. Sehr gerne werden sie in Schottland für die Lagerung von Single Malt Whisky oder in Puerto Rico zur Lagerung von Rum genutzt.

Bourbon Whiskey: Interessante Fakten

  • Bourbon Whiskey, als DER Whiskey aus den USA bekannt, findet sich als Zutat in einer ganzen Reihe von Rezepten. Vor allem in der Südstaatenküche kommt er in allerlei Süßspeisen, Aufläufen oder Saucen standardmäßig zum Einsatz.
  • Auch beim Mixen von Cocktails oder Longdrinks darf Bourbon nicht fehlen! Aus manchen Rezepturen ist er gar nicht wegzudenken (Whiskey Sour, Manhattan, Whiskey-Cola,…).
  • In Kentucky und Tennessee boomt der Whiskey-Tourismus. Besucherzentren, Touren und angeschlossene Shops sind bei den großen Destillerien keine Seltenheit.

Sonderformen und spezielle Vertreter des Bourbons: Tennessee Whiskey, Straight Bourbon, Kentucky Straight Bourbon und Single Barrel Bourbon

Tennessee Whiskey

Damit ein Tennessee Whiskey als solcher bezeichnet werden darf, muss er nicht nur allen Anforderungen eines Bourbons genügen, sondern darüber hinaus im Bundesstaat Tennessee hergestellt werden sowie eine bestimmte Filterung durchlaufen (Lincoln County Process).

Straight Bourbon

Neben den gängigen Voraussetzungen für Bourbon, darf Straight Bourbon darüber hinaus keinerlei Zusatzstoffe enthalten und muss für mindestens zwei Jahre in neuen Fässern aus Eiche (Amerikanische Eiche) reifen. Alles unter einer Lagerzeit von vier Jahren, muss am Etikett vermerkt sein.

Kentucky Straight Bourbon

Dieser Bourbon muss in Kentucky gebrannt werden, wo er für mindestens ein Jahr reift.

Single Barrel Bourbon

Als Single Barrel Bourbon bezeichnet man einen Bourbon, der aus nur einem Fass (= engl.: barrel) gewonnen wird. Nachdem ein Fass Whiskey etwa 200 Liter fasst, ergeben sich aus einem einzelnen Fass nicht massenhaft Abfüllungen, weswegen diese etwas Besonderes darstellen. Auch ist der tatsächliche Geschmack bis zum Genuss des Single Barrel Bourbons nicht genau bekannt, weswegen er gerade bei Whiskeyverkostungen sowie für Kenner und Genießer einen gewissen Stellenwert einnimmt.

Bourbon Whiskey: die beliebtesten Vertreter

Bekannte Label der Bourbon Whiskeys sind wohlbekannt, da sie weltweit reißenden Absatz finden und sowohl pur genossen, als auch für Mixgetränke verwendet werden. Marken wie Wild Turkey, Jim Beam, Bulleit Bourbon oder Four Roses mischen hier ganz vorne mit. Und der meistgetrunkene Tennessee Bourbon, Jack Daniel’s, ist nicht nur Whiskey-Liebhabern ein Begriff!

Jim Beam

Jim Beam zählt zu den bekanntesten Bourbon-Marken weltweit. White Label – ihn findet man auch in Supermarktregalen – ist zweifelsfrei die meistverkaufte Abfüllung der Destillerie aus Kentucky, doch darüber hinaus werden weitere Bourbon Whiskeys hergestellt. Auch edle Premium-Tropfen.

Four Roses

Four Roses ist berühmt für seinen Straight Bourbon sowie seinen Blended Whiskey (hier werden mehrere Straight Bourbons verschnitten). Ausgesprochen bekannt  ist der Yellow Label, der aus allen zehn Whiskeys besteht, die bei Four Roses produziert werden, und im Schnitt fünf bis sechs Jahre reift.

Jack Daniel’s

Bei Jack Daniel’s, einem Tennessee Whiskey aus Lynchburg, handelt es sich um die amerikanische Whiskeymarke, die am häufigsten verkauft wird. Damit liefert sich Jack Daniel’s Tenneesee Whiskey ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit der schottischen Marke Johnnie Walker.

 



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