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Rye Whiskey / Roggenwhiskey

Kaum zu glauben, doch bevor Bourbon Whiskey zum Renner in und aus den USA wurde, war Rye Whiskey nicht nur sprichwörtlich in aller Munde. Bis zur Zeit der Prohibition dominierte der aromatisch-würzige Whiskey mit hohem Roggenanteil den gesamten Nordosten Amerikas. Danach verschwand er größtenteils von der Bildfläche, ehe er um die Jahrtausendwende mit Schwung zurückkehrte.

Was man über den bekannten und schmackhaften amerikanischen Rye Whiskey wissen sollte und in welchen Bereichen er zum Einsatz kommt, das erfahren Sie folgend.

Rye Whiskey: Das zeichnet ihn aus

Ebenso wie für Bourbon, gelten auch für Rye Whiskey Vorgaben, die gesetzlich festgelegt sind. Diese beziehen sich vor allem auf die Inhaltsstoffe sowie Art und Dauer der Fasslagerung. Um als Rye bezeichnet werden zu dürfen, muss der Whiskey einen Anteil von mindestens 51 % Roggen aufweisen. Die Lagerung muss für zwei Jahre in neuen, innen ausgebrannten Eichenfässern erfolgen und bei der Herstellung darf der Brand einen Alkoholgehalt von 80 % vol. nicht übersteigen.

Auch Rye Whiskey wird – wie in den USA generell üblich – meist im Column-Still-Verfahren gebrannt. Die Destillation erfolgt hier kontinuierlich in sogenannten Brennsäulen (coffey stills). Im Gegensatz zum Pot-Still-Verfahren (in Schottland gängig), ist dies weniger aufwändig. Einige Destillerien bieten allerdings auch Premium-Whiskeys an, die durchaus in Pott Stills gebrannt werden.

Vom Außenseiter zum Comeback: Rye Whiskey im Laufe der Zeit

Wie eingangs erwähnt, war ursprünglich der würzige Rye Whiskey untrennbar mit den USA verbunden. Durch die klimatischen Bedingungen wuchs und gedieh Roggen im gesamten Nordosten hervorragend und auch Einwanderern fiel der Griff zum Roggenbrand nicht schwer, kannten sie das Getreide doch bestens aus der Heimat. Große Destillerien im Nordosten der USA machten sich in damaligen Zeiten einen Namen.

Die Prohibition schob dem einen Riegel vor. Produziert und weitergegeben wurden Spirituosen nur noch im Verdeckten und hier griffen die Brenner auf leichtere Brände wie Gin, Rum oder auch Blended Whiskeys zurück. Das hatte zur Folge, dass der kräftige Rye Whiskey auch nach der Prohibition keine Abnehmer mehr fand, als zu markant wurde der Geschmack mittlerweile empfunden. Große Destillerien, die sich dem Roggenbrand verschrieben hatten, mussten schließen.

Ein Revival des Rye Whiskeys kann nun seit der Jahrtausendwende beobachtet werden, mit Steigerung der Umsätze in den letzten Jahren. Eine neue, jüngere Käuferschicht für Rye wurde entdeckt und auch zum Mischen von Drinks und Cocktails greift man mittlerweile gerne wieder zum Rye Whiskey. Waren es um 2000 noch ausgewählte Destillerien, die auf den Rye-Zug aufsprangen (Jim Beam oder Wild Turkey), wuchs die Zahl bis dato mehr und mehr an. Auch in ausgewählten Abfüllungen für den puren Genuss bereichert Rye Whiskey aktuell den Markt.

Rye Whiskey in der praktischen Handhabung: verschiedene Einsatzbereiche

Rye Whiskey weist – anders als Bourbon – einen sehr würzigen und intensiven Geschmack auf, weswegen er gerne für Mixgetränke und Blends (Verschnitt aus verschiedenen Whiskeys) eingesetzt wird. Kein Wunder, dass er in vielen ursprünglichen Cocktailrezepten (zum Beispiel Manhattan) auf der Zutatenliste auftaucht.

Profis raten hier häufig dazu, Rye Whiskey dem Bourbon vorzuziehen, da sich Rye geschmacklich stärker von anderen Zutaten abhebt und so das Trinkvergnügen steigert.

Doch auch in Bezug auf den puren Genuss von Rye Whiskey floriert der Markt. Und viele Destillerien, die ursprünglich Bourbon herstellen, haben gerade in den letzten Jahren ebenso die Produktion von Rye für sich entdeckt.

Rye Whiskey in Kanada: Jeder Whiskey darf sich Rye Whiskey nennen!

Eine Sonderregelung zur Begrifflichkeit „Rye“ betrifft Kanada, da Whiskey hier ursprünglich und für lange Zeit automatisch einen hohen Anteil an Roggen aufwies. „Canadien Whiskey“ und „Rye Whiskey“ wurden somit meist synonym verwendet. Auch heute noch ist es zulässig und üblich, dass Kanadischer Whiskey selbstverständlich das Etikett „Rye Whiskey“ erhält und als solcher bezeichnet und ausgewiesen werden darf. Und das selbst dann, wenn er kaum (oder auch gar keinen) Roggen enthält.

Amerikanischer Rye Whiskey: in aller Munde

Mittlerweile hat sich ein ordentliches Repertoire an Rye Whiskeys etabliert und der Markt boomt nach wie vor. Gängige Label wie Jim Beam Rye, Wild Turkey Straight Rye Whiskey oder Jack Daniel’s Rye sind manchem Whiskey-Liebhaber vielleicht ein Begriff. Doch auch der aus Indiana stammende Bulleit Rye ist am Whiskeymarkt nicht unbekannt. Sehr beliebt sind außerdem Rittenhouse Rye 100 Proof sowie Pikesville.

Rye Whiskey: Kennzeichen und Einsatzgebiete im Überblick

Rye Whiskey

  • muss einen Roggenanteil von mindestens 51 % aufweisen
  • muss mindestens zwei Jahre in neuen, innen ausgebrannten Eichenfässern gelagert werden
  • darf bei der Herstellung einen Alkoholgehalt von 80 % vol. nicht übersteigen

 

Rye Whiskey wird gerne:

  • in Cocktails und anderen Mixgetränken verwendet
  • für Blended Whiskeys herangezogen
  • als spezielle und hochwertige Abfüllung pur genossen



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