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Single Grain Whisky

Single Grain Whisky spielt – sofern nicht als Beigabe im klassischen Scotch Blend genutzt – in der Whiskylandschaft eine sehr untergeordnete Rolle, was durchaus schade ist. Durch seinen unverkennbaren Geschmack nach Getreide schafft es dieser Whisky immerhin leicht, für Abwechslung zu sorgen und bereichert so das Whiskyangebot in Pubs, bei Verkostungen und auch in den eigenen vier Wänden.

Was genau man unter Single Grain Whisky versteht, wie er gemeinhin produziert und verwendet wird sowie seine Vorteile (vor allem im puren Genuss), das alles wollen wir uns folgend näher ansehen!

Grain Whisky: Was zeichnet ihn aus?

Freilich, die meisten Whiskyliebhaber verbinden mit dem edlen Tropfen qualitativ hochwertigen Single Malt Whisky oder sorgsam verschnittene Scotch Blends. Single Grain selbst nimmt innerhalb der Whiskyvielfalt keine entscheidende Position ein, was interessant ist. Denn immerhin trägt er als Beimengung im Blended Scotch maßgeblich zu dessen Geschmack und Gelingen bei (dazu später mehr). Was gibt es also zu diesem Whisky zu sagen, der in großen Mengen produziert wird, den man allerdings nur selten pur genießt?

Single Grain Whisky wird …

aus verschiedensten Getreidesorten hergestellt. Während in Single Malt ausschließlich (gemälzte) Gerste beinhaltet ist, findet im Single Grain die volle Bandbreite an Getreide Verwendung. Beispielsweise sind das Weizen, Mais oder Roggen.

…  kontinuierlich im Säulen-Destillationsverfahren (auch Column Still oder Coffey Still) hergestellt, was eine günstige Produktion ermöglicht.

… ebenso wie jeder andere schottische Whisky für mindestens drei Jahre im Fass gelagert, um zur Reifung zu gelangen.

Single Grain: zur Herstellung

Die Destillation von Single Grain Whisky erfolgt – anders als bei Single Malts – traditionell in Column Stills. Das Brennverfahren selbst wird auch als Column-Still-Verfahren oder Säulen-Destillationsverfahren bezeichnet.

Im Vorfeld muss allerdings – ähnlich wie beim Bier – gebraut werden. Hierzu wird neben Wasser und den verschiedensten Getreidesorten (Weizen, Mais, Roggen,…) ebenso Grünmalz (gekeimte Gerste, allerdings ungetrocknet) benötigt. Die Komponenten landen gemeinsam in einem Maischeeimer und die Temperatur wird gesteigert (so ist ein entsprechend hoher Anteil an Stärke gesichert). Durch ein weiteres Erhöhen der Temperatur kommt es zum Umwandeln von Stärke in Zucker. Dieses stark zuckerhaltige Endprodukt wird schlussendlich mit Hefe vergoren.

Im Anschluss kann der Destillationsprozess, das eigentliche Brennen, beginnen. Dies findet in den Column Stills statt. Durch das Brennen steigt der Alkoholgehalt auf bis zu 95 % vol., weshalb das Destillat vor dem Einfüllen in Fässer mit Wasser gestreckt wird (auf etwa 70 % vol.).

Abschließend wird der Single Grain Whisky in Eichenfässer gefüllt, wo er – nach schottischer Tradition – für mindestens drei Jahre reift.

Erfahrungen mit Single Grain Whisky: im Scotch Blend sowie pur genossen ein Erlebnis

Aus verschiedenen Gründen kommt Grain Whisky vorwiegend bei der Produktion von Scotch Blended zum Einsatz. Dass er selten pur angeboten wird (also abgefüllt als Single Grain Whisky), mag durchaus für Bedauern sorgen, da er geschmacklich doch einiges zu bieten hat.

Single Grain im Scotch Blended

Nicht nur die Tatsache, dass sich Single Grain Whisky im Vergleich zu Single Malt Whisky günstig produzieren lässt (Column Still), ist ein Grund dafür, dass er hauptsächlich für Blended Whiskys genutzt wird.

Eine weitere und ebenso wichtige Ursache ist darin zu sehen, dass die Hersteller Sorge tragen müssen, dass ihre jeweiligen Produkte auch vergleichbar bleiben. Der Geschmack einzelner Label muss entsprechend angeglichen werden. Durch Beigabe der Single Malts würde dies nur marginal gelingen, da sie im Geschmack sehr kräftig und häufig konträr zueinander sind. Hier bieten Single Grains die Möglichkeit, geschmacklich eine entsprechend Basis für die Abfüllungen zu schaffen.

Bekannte Blended Scotch Whiskys, die aus Single Malt und Single Grain verschnitten werden, sind beispielsweise Johnnie Walker oder Chivas Regal.

Single Grain Whisky pur genossen

Wie bereits erwähnt, findet man Single Grain als eigene Abfüllung selten im angebotenen Whiskysortiment. Prozentual treten sie nicht wirklich in Erscheinung. (Zum Vergleich: Blended Scotch machen etwa 90 % aller verkauften schottischen Whiskys aus, Single Malts immerhin noch 10 %)

Dabei hat Single Grain pur genossen durchaus ein besonderes Geschmackserlebnis zu bieten. Durch die spezielle Kombination verschiedener Getreidesorten gibt es hier viel Potential. Als Beispiel für einen Single Grain Whisky, der sich – vor allem durch die Verbindung mit Weltfußballer David Beckham – einen Namen gemacht hat, ist Haig Club zu nennen.

Blended Grain Whisky: selten – seltener – am seltensten

Noch seltener als Single Grain Whiskys, finden sich Blended Grain Whiskys am Markt. Es handelt sich hierbei um einen Verschnitt verschiedener Single Grain Whiskys. Wie überall anders auch, bestimmt bei Whisky die Nachfrage das Angebot. Ein breitgefächertes Sortiment an Blended Grains sucht man im Moment vergeblich. Einziges Angebot derzeit: Hedonism von Compass Box. Hier ist der Name Programm! Der Blended Grain überzeugt geschmacklich mit Noten von Vanille, Toffee sowie Kokosnuss.

 

 



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