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Single Malt Whisky

Viele feiern ihn als Kaiser unter den Whiskysorten und nicht selten ist er auch die erste Assoziation, wenn von Whisky die Rede ist: der Single Malt.

Den klassischen Single Malt Whisky bringt man gemeinhin mit Schottland in Verbindung. Tatsächlich wird er zum Großteil dort produziert, doch auch Destillerien in Irland, den USA oder gar Japan ist die Herstellung von Single Malt nicht fremd.

Bezogen auf die gesamte Whiskyvielfalt Schottlands liegt der Anteil an Singe Malt Whiskys bei etwa 10 %. Blended Whiskys beanspruchen die restlichen 90 % für sich.

Was einen Single Malt Whisky nun von einem Blended Whisky unterscheidet, wie er gewonnen wird und welche Vorteile er zu bieten hat, das alles erfahren Sie in diesem Artikel.

Single Malt: Welche Voraussetzungen gilt es zu erfüllen?

Damit ein Whisky als Single Malt Whisky bezeichnet werden darf, gilt es zumindest zwei Voraussetzungen zu erfüllen:

  • Die beinhalteten Whiskys stammen aus nur einer Brennerei (daher „single“, zu deutsch: „einzeln“), es dürfen also keinesfalls verschiedene Whiskysorten miteinander verschnitten werden.
  • Als Getreide darf ausschließlich gemälzte Gerste (daher „malt“, zu deutsch: „Malz“) verwendet werden.

Findet sich also auf dem Etikett der Whiskyflasche die Bezeichnung „Single Malt“, kann von einem  Whisky ausgegangen werden, der grundsätzlich eher hochwertig ist. Neben den beiden festgeschriebenen Voraussetzungen, wird Single Malt Whisky außerdem in der Regel recht lange gelagert. Diese ausgedehnte Reifezeit – über ein Jahrzehnt hinaus ist keine Seltenheit – steigert seinen Wert zusätzlich.
Die geschmackliche Zusammensetzung des Single Malts gilt als vortrefflich, weswegen man ihn normalerweise auch nicht zum Mixen nutzt, sondern pur, allenfalls mit etwas Quellwasser versetzt, und bei Zimmertemperatur genießt.

Auch im Rahmen von Whiskyverkostungen spielt Single Malt duch seine ganz besondere Charakteristik eine große Rolle.

Single Malt Whiskys: Geschichtliches in Bezug auf den Marktanteil

Blickt man auf die Geschichte des schottischen Whiskys zurück, bemerkt man rasch, dass dieser ursprünglich als Single Malt im Umlauf war. Erst Mitte des 20. Jahrhunderts wurde der erste Scotch Blend kreiert. Günstigere Produktionskosten sowie die Reblausplage in Frankreich, die das Spirituosenangebot zusätzlich minimierte, verhalfen dem Blend europa- und weltweit zu durchschlagendem Erfolg. Der Single Malt verschwand in dieser Zeit fast vollständig vom Markt. Bis zum Jahr 1963, als Glenfiddich den Versuch wagte, einen Single Malt zu vermarkten! Dass dies glückte, ebnete einen neuerlichen Aufschwung und mittlerweile besitzen Single Malt Whiskys in Schottland wieder einen Marktanteil von etwa 10 %.

Single Malt Whisky und Blended Whisky: die Unterschiede in Kürze

Single Malt Whisky:

  • Es darf nur Whisky aus Fässern einer einzelnen Destillerie verwendet werden
  • Nur gemälzte Gerste darf beinhaltet sein, keine anderen Getreidesorten

Blended Whisky:

  • Es wird Whisky aus den Fässern verschiedener Destillerien gemischt (verschnitten)
  • Die Kombination von Whiskys aus verschiedenen Getreidesorten ist üblich

Blended Whisky kann Single Malt Whisky beinhalten, umgekehrt ist dies natürlich nicht zulässig!

Single Malt Whisky: zur Herstellung

Grundsätzlich wird Single Malt im Pott-Still-Verfahren hergestellt. Dies ist – im Vergleich zu Column Still – die kostspieligere Variante. Der Vorteil ist darin zu sehen, dass beim Brennvorgang viele Geschmacksbestandteile erhalten bleiben. Dass die Destillation nicht kontinuierlich stattfinden kann und die Brennblasen vor jedem neuen Brennvorgang gesäubert werden müssen, macht die Produktion in Pott Stills allerdings finanziell aufwändiger.

Damit das gebrannte Destillat in Fässer abgefüllt werden und reifen kann, benötigt es mehrere Produktionsschritte: das Mälzen, das Brauen sowie das Brennen. Auf diese soll folgend kurz eingegangen werden.

Der Mälzvorgang

Wie eingangs erwähnt, darf bei einem Single Malt als einzige Getreidesorte Gerste beinhaltet sein. Diese muss außerdem gemälzt sein. Hierzu werden rohe Gerstenkörner in Wasser eingeweicht, sodass sie keimen können. Beim Keimvorgang werden Enzyme frei, die dafür sorgen, dass Stärke zum Teil in Zucker umgewandelt wird (vor allem in Malzzucker, aber auch in Traubenzucker). In einem Trocknungsprozess wird der Keimvorgang anschließend recht abrupt gestoppt, sodass der Zucker vorhanden bleibt. Getrocknet wird mit Hilfe eines Feuers und je nachdem, auf welche Weise das passiert (zum Beispiel durch Beigabe von Torf für ein besonders rauchiges Aroma), finden sich entsprechende Geruchs- und Geschmacksbausteine dann auch im fertigen Whisky.

Der Brauvorgang

Zunächst wird das getrocknete Gerstenmalz gereinigt und gemahlen, um hinterher mit Wasser vermengt zu werden. Unter Beigabe von Hefe kommt es zum Gärungsprozess.

Der Brauvorgang findet nun zwingend in der Destillerie statt. Die gemälzte Gerste selbst können sich die einzelnen Destillerien durchaus anliefern lassen, was viele auch nutzen. Grundsätzlich läuft der Brauvorgang im Falle von Whisky nicht sehr viel anders ab als jener bei Bier, bloß dass kein Hopfen beigemengt wird. Erst durch den Prozess des Brennens unterscheiden sich Whisky- und Bierherstellung maßgeblich voneinander.

Der Brennvorgang

Die Destillation der Mischung wird in sogenannten Brennblasen, den Pot Stills, durchgeführt. Der Brennvorgang muss zweimal ablaufen. Dieses Verfahren ist, wie schon erwähnt, zwar etwas umständlicher und auch mit höheren Produktionskosten verbunden, verleiht dem späteren Single Malt jedoch unvergleichliche Geschmacksnuancen.

Single Malt Whisky: von Lagerung, Reifung und Altersangaben am Etikett

Das Destillat wird in Holzfässer abgefüllt, wo es zu Whisky heranreift. In Schottland ist eine Reifezeit von mindestens drei Jahren vorgeschrieben. Außerdem muss das Fass aus Eichenholz bestehen. Grundsätzlich ist davon auszugehen, dass Single Malt Whisky länger als drei Jahre reift, damit sich Geschmacks- und Geruchsnuancen entsprechend entwickeln können. Im Schnitt reift Single Malt etwa 10 bis 12 Jahre in den Eichenfässern, bevor er abgefüllt wird. Je länger er reift, desto besser die Qualität, wobei sich dies nicht ewig ausdehnen lässt. Aber grundsätzlich reifen feinere Tropfen durchaus 20 Jahre und noch mehr. Ab einer Grenze von etwa 30 Jahren im Fass kommt es bei Whisky jedoch zu keiner qualitativen Steigerung mehr. Darüber hinaus muss man aufpassen, dass der Whisky durch zu langjährige Lagerung nicht bitter wird beziehungsweise aufgrund der Verdunstung nicht auf unter 40 % Alkoholgehalt fällt. In zweiterem Fall dürfte die Spirituose folgend gar nicht mehr als Whisky verkauft werden.

Single Malt: Was passiert im Fass?

Das Lagern und Reifen in Holzfässern, speziell Eichenholz, hat einen bestimmten Grund: Durch die Beschaffenheit des Holzes, werden im Laufe der Jahre einerseits unerwünschte Stoffe im Destillat gebunden, andererseits gelangen Geschmack und Geruch durch den Reifungsprozess zu ihrer vollen Entfaltung. Beides ist absolut erwünscht und es erklärt sich auch, weshalb der Single Malt Whisky qualitativ hochwertiger wird, je mehr Zeit er im Fass verbringt.

Durch die richtige Auswahl des Fasses (sofern die Nutzung frischer Fässer nicht gesetzlich vorgeschrieben ist, wie zum Beispiel in den USA) lässt sich außerdem weiterer Einfluss auf Geschmack und Geruch des Single Malts nehmen. So werden beispielsweise gerne Fässer aus amerikanischer Eiche gewählt, in denen zuvor Bourbon reifte. Auf diese Weise wird vom Vanillearoma profitiert. Auch Sherryfässer kommen bevorzugt zur Anwendung. Experimentierfreudige Masterblender wählen auch Fässer, in denen zuvor Portwein, Rum sowie Weiß- oder Rotwein reifte.

Und eine weitere Technik hat sich bewährt, um den Whiskys zu besonderem Geschmackserlebnis zu verhelfen: Finishing beziehungsweise Nachreifung! Hierbei werden die Destillate nach einigen Jahren der Fasslagerung in andere Holzfässer umgelagert, wo sie weiterreifen. Auch auf diese Weise kann im Hinblick auf Geschmack und Geruch fein experimentiert werden.

Single Malt Whisky: Abfüllung und Altersangabe am Etikett

Zur Abfüllung des Single Malts werden meist die Inhalte unterschiedlicher Fässer einer Destillerie miteinander verschnitten, eventuell mit Zuckercouleur (E150) eingefärbt und das Volumenprozent des Whiskys durch Beimengen von Wasser auf 40-46 angeglichen. Danach wird in Flaschen abgefüllt.

Die Altersangabe am Etikett ist bei Single Malts nicht unwesentlich, da eine lange Reifezeit ein deutliches Qualitätskriterium ist. Wesentlich ist, dass für die letztendliche Altersangabe die Reifezeit des jüngsten beinhalteten Whiskys ausschlaggebend ist.

Manche Hersteller entscheiden sich jedoch, ganz auf die Altersangabe zu verzichten, auch das ist zulässig. Dieser Weg wird häufig dann gewählt, wenn vorrangig junge Single Malts abgefüllt werden und das nicht herausgestrichen werden soll beziehungsweise, wenn die Altersdifferenz der verschnittenen Single Malts stark auseinanderklafft.

Single Cask Whisky: eine edle Sonderform des Single Malts

Single Cask Whisky ist streng genommen keine eigenständige Whiskysorte, sondern bezeichnet vielmehr eine Untergruppierung der Single Malts.

Es werden nicht, wie sonst üblich, Whiskys verschiedener Fässer einer Destillerie verschnitten, sondern der Inhalt nur eines Fasses wird abgefüllt. Auch hier ist der Masterblender (oder: master distiller) am Werk! Er wählt jenes Fass aus, dessen Inhalt als Single Cask Whisky in Flaschen abgefüllt werden soll. Selbstredend, dass hier nur besonders edle Single Malts in Frage kommen! Der Whisky wird nicht mehr verändert, lediglich Wasser kann beigefügt werden, um die Trinkstärke zu adaptieren. Nicht selten wird die Nummer des gewählten Fasses übrigens direkt auf dem Flaschenetikett vermerkt. Diese Vorgehensweise dient der Nachvollziehbarkeit. Der Vorteil eines Single Cask Whiskys liegt auf der Hand: Der Whisky kann auf diese Weise pur und unverfälscht genossen werden. Auch ist es für echte Whiskyfans spannend, Qualität, Geschmack sowie Geruch unterschiedlicher Single Cask Whiskys miteinander zu vergleichen. Nicht zuletzt aus diesem Grund ist Single Cask auch bei Whiskyverkostungen beliebt.



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