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Die wichtigsten Whiskysorten unter der Lupe

Whisky, das goldene Getränk für den besonderen Anlass, blickt auf eine jahrhundertelange und traditionsreiche Vergangenheit zurück. Eingebettet in die jeweilige historische Zeit, ist die Geschichte des Whiskys eine ausgesprochen vielseitige.

Von den Anfängen des Destillierens bis hin zu jenem Whisky, wie er heutzutage allerorts genossen wird, war es ein weiter Weg, geprägt durchaus auch von schattigen Kapiteln. Steuer, Prohibition, Schwarzbrennerei oder Schmuggel, um hier einige zu nennen.

Gerne möchten wir Ihnen nachfolgend einen Überblick über Ursprünge und geschichtliche Entwicklung verschaffen sowie auf die Herstellung und verschiedene Sorten eingehen.

Whisky: Wissenswertes über das „Lebenswasser“

Assoziationen zum Thema Whisky sind vielfältig. Der edle Tropfen wird ebenso häufig mit Irland in Verbindung gebracht, wie mit den rauen schottischen Highlands. Darüber hinaus zählen zweifelsfrei die USA zu den Marktführern in der Whiskyproduktion und Label wie beispielsweise Jack Daniel’s sind kaum jemandem kein Begriff. Doch woher stammt das beliebte Getränk denn nun tatsächlich? Wie haben sich Herstellung und Geschmack im Laufe der Zeit verändert? Und weshalb gestaltet sich die Schreibweise (Whisky/Whiskey) unterschiedlich?

Zur Geschichte des Whiskys: von der Destillation zum salonfähigen Getränk

Die Geschichte des Whiskys fußt auf der Kunst des Destillierens. In Europa ursprünglich genutzt, um Duftwasser und Arzneien herzustellen und vornehmlich Mönchen in Klöstern vorbehalten, dürfte sich die hochprozentige Wirkung der Wässerchen bald herumgesprochen haben. Bereits im Mittelalter war das Brennen von Trinkbarem aus Getreide keine Seltenheit. Das sogenannte „Wasser des Lebens“ (aqua vitae) diente als Grundlage zur Herstellung von Whisky.

1494 wird der Begriff auch erstmals offiziell verwendet (in schottischen Steuerunterlagen). In der Zeit danach schossen in Schottland und Irland private Destillerien wie Pilze aus dem Boden. Verschiedene Zutaten und Zubereitungsarten präg(t)en Unterschiede zwischen den Ländern (dazu später mehr). Und ab dem 17. Jahrhundert mischten – irischen und schottischen Auswanderern sei Dank – auch die USA fleißig in der Whiskyherstellung mit. Kein Wunder, dass, bis hinein in die Zeit der Industrialisierung, der historische Weg des Whiskys ein steiniger war, geprägt von Steuern, Schwarzbrennerei, Schmuggel und dem Kampf um Legalisierung.

Auch danach, als – durch stetige Weiterentwicklung – Whisky bereits das qualitativ hochwertige Getränk darstellte, als das wir ihn heute kennen, waren in Produktion und Verfügbarkeit derbe Rückschläge zu verzeichnen. Man denke nur an die Prohibitionszeit in Amerika (1920-1933) oder die Tatsache, dass während der Weltkriege die Produktion von Whisky zugunsten jener kriegswichtiger Materialien eingedämmt, wenn nicht gar verboten wurde.

Heutzutage ist der feine Tropfen zu feierlichen Anlässen, bei Pokerrrunden oder dem Besuch eines Pubs nicht mehr wegzudenken. Und wenngleich vorrangig namhafte Marken aus Irland, Schottland oder den USA untrennbar mit Whisky verbunden sind, wird er mittlerweile in aller Herren Länder produziert, was die Whisky-Landschaft vielseitig und abwechslungsreich macht.

Whisky: Wer hat ihn erfunden?

Haben wir Whisky nun den Schotten oder den Iren zu verdanken? Das ist die Frage aller Fragen! Und leider müssen wir Sie hier „enttäuschen“, denn zweifelsfrei geklärt ist sie nicht! Bis heute sind sich Wissenschaftler nicht darüber einig, ob die Produktion von Whisky ihren Ausgang in Irland oder Schottland nahm. Was letztendlich für Irland als Geburtsort sprechen könnte, ist die Tatsache, dass sich der Ausdruck „Whisky“ vom Begriff „usquebaugh“ ableitet, einer gälischen Übersetzung des lateinischen „aqua vitae“.

Letztendlich ist aber auch ganz gleich, wer ihn denn nun erfunden hat. Wichtiger ist, dass die historische Produktion von Whisky gleich in mehreren Ländern (Irland, Schottland und später USA) großen Einfluss auf die Sortenvielfalt genommen hat, da die Herangehensweise unterschiedlich war. So sind bei Whiskygewinnung neben den Zutaten/Rohstoffen, Herstellungsprozess sowie Fassreifung maßgeblich für den Geschmack und jedes Land hat hier seine ganz persönlichen Traditionen.

Whisky oder Whiskey – die richtige Schreibweise

Whisky oder Whiskey? Beide Schreibweisen finden sich auf diversen Etikettierungen des beliebten Getränks. Der Laie ist vielleicht ein wenig irritiert, der Profi kennt die Antwort: Es ist der Produktionsort, der über die „richtige“ Schreibweise entscheidet:

  • „Whisky“: Die oftmals als „klassische“ Schreibweise bezeichnete Version ist untrennbar mit Schottland verbunden (Scotch Whisky)
  • „Whiskey“: Gewiss auch aus Gründen der Abgrenzung hat sich bei irischen Whisk(e)ys der Buchstabe „e“ ins Wort gedrängt. Auch in den USA hat sich diese Schreibweise im Laufe der Zeit durchgesetzt.

Wahren Genießern sei empfohlen, bei der Wahl des Whiskys auch über den „ursprünglichen Tellerrand“ zu blicken. Zwar sind Produkte aus Irland, Schottland und den USA sprichwörtlich in aller Munde, doch auch Destillationen in Kanada, der Schweiz, Deutschland, Österreich oder Italien warten mit edlen Schlucken auf.

Whisky: Herstellung und Sortenkunde

Verschiedene Whiskysorten unterscheiden sich – je nach Produktionsland – meist anhand des Getreides, das für den Destilliervorgang genutzt wird, der Art und Weise der Destillation sowie der (Fass-)Lagerung.

Whisky und sein Aroma: eine Frage der Zutaten

Whisky wird aus Getreide hergestellt! Wesentlich für die Gärung ist ein entsprechendes Maß an Stärke. Wurde Whisky ursprünglich vorrangig aus dem Getreide der jeweiligen Region gewonnen, ist dies mittlerweile – durch stetig sinkende Transportkosten – ein wenig aufgeweicht. Grundsätzlich sind Produzenten nicht mehr von lokalen Getreidesorten abhängig.

Gängige Getreidearten zur Whiskyproduktion sind:

  • Gerste
  • Mais
  • Weizen
  • Roggen
  • Reis (vorrangig in Asien)

Zur Herstellung von Whisky: der Destilliervorgang

Grundsätzlich kann man zwei verschiedene Weisen der Destillation unterscheiden:

Pot Still Destillation

Bei dieser Art der Destillation kommen Kolben/Brennkessel aus Kupfer (englisch: Pot Stills) zum Einsatz, in denen das Alkohol-Wasser-Gemisch erhitzt wird. Der alkoholische Dampf wird anschließend aufgefangen und gekühlt (somit wird er wieder flüssig). Dieser Prozess muss ein bis zwei Mal wiederholt werden. Unbedingt notwendig ist es, den Brennkessel nach der Destillation zu reinigen. Grundsätzlich ist dieser Prozess aufwendig, schlägt sich aber dafür im Geschmack nieder. Vor allem in Schottland und Irland ist die Pot Still Destillation nach wie vor state of the art für einen guten Teil der Whiskyproduktion.

Column Still Destillation

Diese Art des Destillierens lässt sich mit „Säulendestillation“ ins Deutsche übersetzen. Es ist dies ein Brennvorgang, der zur Zeit der Industrialisierung vermehrt in England und den USA Einzug gehalten hat. Durchgehendes Brennen, ohne regelmäßig notwendige Reinigung der Brennblasen ist auf diese Weise möglich, was die Whiskyproduktion preiswert macht. Grundsätzlich ist es nicht unüblich, dass günstigere Whiskys durch Column Still Destillation gewonnen werden.

Fassreifung und Lagerungszeit: eine Frage des Geschmacks

Das gebrannte Destillat muss in Holzfässern gelagert werden, nur so kann es zu Whisky reifen. Dafür vorgesehen (und vielerorts auch gesetzlich vorgeschrieben) sind Eichenfässer. In den USA müssen diese Fässer frisch und ausgebrannt sein, in Schottland und Irland dürfen auch gebrauchte Fässer genutzt werden. Die Verwendung von anderen Holzarten ist – wenn überhaupt erlaubt – ausgesprochen selten der Fall.

Wie bei Wein ist die Reifezeit von Whisky maßgeblich für seine Qualität verantwortlich. Je älter der edle Tropfen, desto exklusiver! Grundsätzlich muss Whisky mindestens zwei Jahre (in den USA) beziehungsweise drei Jahre (Schottland, Irland, Europa) reifen, damit man ihn als Whisky bezeichnen darf.

Whisky: die ganze Sortenvielfalt

Studiert man im Supermarkt oder Fachgeschäft die Regalreihen, wird man schier überwältigt von der Sortenvielfalt, die Whisky zu bieten hat. Kein Wunder, wenn man sich die geschichtliche Entwicklung vor Augen führt und bedenkt, an wie vielen verschiedenen Orten Whisky produziert wird.

Einen ersten Überblick über unterschiedliche Whiskysorten möchten wir Ihnen folgend verschaffen:

 Malt Whisky/Single Malt Whisky

Diese hochwertige Whiskysorte wird vorrangig in Schottland produziert. Gemälzte Gerste wird in Pot Stills gebrannt und das zweifach (selten auch dreifach). Die Reifezeit beträgt mindestens drei Jahre. Werden außerdem Fässer aus nur einer Brennerei verwendet (somit ist keine Vermischung mit anderen Whiskys möglich), findet sich der Zusatz „Single“ am Etikett.

Grain Whisky

Unter Grain Whisky versteht man – meist aus Irland oder Schottland stammende – Whiskysorten, die für den Brennvorgang keine gemälzte Gerste verwenden, sondern sich anderer Getreidarten (vorrangig Weizen) bedienen. Auch Mischungen sind möglich. In der Regel wird hier das günstigere Destillationsverfahren (Column Still) verwendet und auch die Reifezeit ist üblicherweise eine kurze. Grain Whisky findet häufig in der Blended Whisky Produktion Anwendung.

Blended Whisky

Bei Blended Whisky handelt es sich – wie der Name schon vermuten lässt – um Mischungen. Gemischt werden verschiedene Whiskys (Malt/Grain) aus verschiedenen Brennereien. So entsteht eine wahre Vielfalt an Geschmäckern und Aromen. Meist ist der (günstigere) Grain Whisky in hohem Ausmaß vorhanden. Je stärker der Malt Whisky Anteil, desto hochwertiger ist der Blended Whisky.

Bourbon/Tennessee

Bei diesen Whiskysorten handelt es sich um Klassiker aus den USA. Überall in den USA wird Bourbon hergestellt, der Löwenanteil jedoch in Kentucky. Vorgabe ist es, dass Bourbon aus mindestens 51 % Mais besteht. Weitere Getreidearten können variieren. Gängig ist die Destillation über das Säulenverfahren (Column Stills). Zur Reifung müssen frische und ausgebrannte Eichenfässer verwendet werden, die Lagerung erstreckt sich auf mindestens zwei Jahre.

Der Staat Tennessee hat eine eigene Kategorie für dort produzierten Whisky geschaffen. Vorgaben sind jenen von klassischem Bourbon ähnlich, mit dem Unterschied, dass beim Tennessee zusätzlich mit Aktivkohle gefiltert wird, bevor man das Destillat in die Fässer abfüllt.

Corn

Dieser bekannte, aus den USA stammende Whisky, enthält zu 100 % Mais. Da der Geschmack alleine wenig aromatisch ist, verwendet man Corn vorrangig für Blended Whisky.

Rye

Rye Whisky wird heutzutage hauptsächlich mit Kanada in Verbindung gebracht, aber auch in den USA produziert (allerdings weniger als früher). Vorgabe ist hier ein Roggenanteil von mindestens 51 % und die Reifezeit in den Eichenfässern beträgt klassisch zwei Jahre. Ein stark würziger Geschmack ist dem Rye Whisky eigen. Auch er wird vorwiegend für Blended Whisky verwendet.

Pot Still Whisky

Diese Sorte ist in Irland zu Hause. Hier wird auch ungemälzte Gerste verwendet (Grain Whisky), die Destillation darf allerdings nur in Pot Stills erfolgen.



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